Aufbissschiene bei Bruxismus: Erfahrungen, Kosten und Alternativen
Alles, was Sie ueber Zahnschienen gegen Zahneknirschen wissen muessen - von der Kassenleistung bis zur individuellen Anfertigung.
Was ist eine Aufbissschiene?
Eine Aufbissschiene (auch Knirscherschiene, Okklusionsschiene oder Michiganschiene genannt) ist ein individuell angefertigter Kunststoff-Ueberzug fuer die Zaehne. Sie wird hauptsaechlich nachts getragen und dient dem Schutz der Zahnsubstanz vor den Folgen von Bruxismus. Die Schiene verteilt die Kaukraefte gleichmaessig und verhindert, dass die Zaehne direkt aufeinanderreiben.
Die Aufbissschiene ist die am haeufigsten verordnete Therapie bei Bruxismus und wird seit Jahrzehnten erfolgreich in der Zahnmedizin eingesetzt. Laut der Deutschen Gesellschaft fuer Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) profitieren etwa 70-90% der Patienten von einer korrekt angepassten Schiene.
Arten von Aufbissschienen
Harte Schienen (Michiganschiene)
Bestehen aus hartem Acrylkunststoff. Wissenschaftlich am besten belegt. Werden individuell im Zahnlabor gefertigt. Kosten: 200-500 Euro (Kassenleistung moeglich).
Weiche Schienen
Aus flexiblem Kunststoff oder Silikon. Einfacher herzustellen. Manche Experten warnen: koennen bei einigen Patienten das Knirschen verstaerken, da der weiche Widerstand zum Kauen animiert.
NTI-Schiene (Frontzahnschiene)
Bedeckt nur die Frontzaehne. Kann die Kaukraft um bis zu 70% reduzieren. Nicht fuer alle Patienten geeignet. Kosten: 300-600 Euro.
Fertigschienen (Drogerie/Online)
Guenstig (10-50 Euro), aber nicht individuell angepasst. Koennen Fehlbisslagen verursachen. Von den meisten Zahnmedizinern nicht empfohlen.
Kosten und Kassenubernahme
Die Kosten einer Aufbissschiene variieren je nach Art und Anfertigung. Eine einfache Kunststoffschiene wird von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel uebernommen - der Patient zahlt nur die Praxisgebuehr und den Eigenanteil fuer das Labor. Private Zusatzleistungen wie spezielle Schienenmaterialien oder Funktionsanalysen koennen 200-800 Euro zusaetzlich kosten.
0-80 Euro Eigenanteil
200-500 Euro
300-600 Euro
150-400 Euro (Privatleistung)
Erfahrungen: Vorteile und Grenzen
Die Aufbissschiene schuetzt zuverlaessig die Zahnsubstanz und kann Kiefergelenkschmerzen deutlich lindern. Viele Patienten berichten von besserer Schlafqualitaet und weniger Kopfschmerzen. Die Grenzen: Eine Schiene behandelt die Symptome, nicht die Ursache des Bruxismus. Sie verhindert nicht das Knirschen an sich, sondern nur dessen schaedliche Auswirkungen auf die Zaehne. Zudem erfordert sie konsequentes Tragen und regelmaessige Kontrolle durch den Zahnarzt.
Alternativen zur Aufbissschiene
Neben der klassischen Aufbissschiene gibt es weitere Ansaetze: Physiotherapie und manuelle Therapie fuer die Kiefermuskulatur, Biofeedback-Therapie zum Erlernen der Muskelentspannung, Botox-Injektionen in den Masseter-Muskel (off-label, nicht von der Kasse uebernommen), Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation, sowie innovative Forschungsansaetze zur externen Ueberwachung naechtlicher Kieferaktivitaet ausserhalb des Mundraums.
Haeufige Fragen zur Aufbissschiene
Was kostet eine Aufbissschiene vom Zahnarzt?
Eine individuelle Aufbissschiene vom Zahnarzt kostet zwischen 200 und 800 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung uebernimmt in der Regel die Kosten fuer eine einfache Kunststoffschiene.
Wie lange muss man eine Aufbissschiene tragen?
Eine Aufbissschiene sollte in der Regel jede Nacht getragen werden. Die Therapiedauer betraegt mindestens 3-6 Monate, bei chronischem Bruxismus oft dauerhaft.
Hart oder weich: Welche Aufbissschiene ist besser?
Harte Schienen (Michigan-Schiene) sind wissenschaftlich besser belegt und werden von den meisten Zahnmedizinern bevorzugt. Weiche Schienen koennen bei manchen Patienten das Knirschen sogar verstaerken.
Kann eine Aufbissschiene Bruxismus heilen?
Eine Aufbissschiene behandelt die Symptome, nicht die Ursache von Bruxismus. Sie schuetzt die Zaehne vor Abrieb und entlastet das Kiefergelenk, beseitigt aber nicht das Knirschen selbst.